Wettbewerbspolitischen Supergau verhindern - Grüne fordern Entflechtungsinstrument im Wettbewerbsrecht
Zu den Auswirkungen der
Laufzeitverlängerungen für
Atomkraftwerke auf den
Wettbewerb am Energiemarkt erklärt
Kerstin Andreae, Sprecherin für
Wirtschaftspolitik der bündnisgrünen
Bundestagsfraktion:
Mit der Laufzeitverlängerung wird die
Marktmacht der vier Energiekonzerne
zementiert. Eon, RWE, Vattenfall und
EnBW beherrschen gemeinsam über 80
Prozent der Stromproduktion. Daran wird
sich auch in Zukunft nichts ändern,
wenn die Laufzeitverlängerung nach
Regierungsplänen umgesetzt wird. Neue
Anbieter bekommen keine Chance. Faire
Energiepreise und der Wettbewerb
bleiben auf der Strecke. Das ist
FDP-Klientelpolitik in Reinform.
Brüderle
ist kein Wirtschaftsminister, er ist ein Konzernminister.
Die Laufzeitverlängerung ist eine
Investitionsbremse. Stadtwerke und
Anbieter regenerativer Energien
verlieren durch längere Atomlaufzeiten
ihre
Planungs- und Investitionssicherheit.
Ihre Investitionen in moderne,
flexible Kraftwerke, die sie im
Vertrauen auf den Atomausstieg getätigt
haben, rechnen sich nicht mehr. Die
Regierung darf nicht einzelnen Anbietern auf Kosten der anderen derart gravierende Wettbewerbsvorteile verschaffen.
Auch Monopolkommission und Kartellamt
haben davor bereits gewarnt.
Wir fordern den Wirtschaftsminister
deshalb auf, umgehend ein Gesetz zur
Entflechtung marktbeherrschender
Unternehmen vorzulegen: Das
Bundeskartellamt soll marktbeherrschende Unternehmen, wie etwa die großen Energiekonzerne, zur Aufgabe von Marktanteilen durch Veräußerung von Kraftwerken oder Unternehmensteilen zwingen können.
(c) Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die
Grünen
|